Oh, wie schön ist Lissabon.

Im August habe ich mir mit meinem Liebsten eine kleine Auszeit gegönnt – wir haben die Koffer gepackt und sind für zehn Tage nach Portugal geflogen. Nach einer wunderbaren Woche Surfurlaub an der Algarve haben wir es uns nicht nehmen lassen, noch einen kleinen Abstecher in Richtung Norden zu machen, um uns eine der wohl, wie ich finde, großartigsten Haupstädte Europas anzuschauen – Lissabon.

Lisbon_Mood

Mit dem Bus ging es von Lagos relativ zügig und zu einem echt günstigen Preis (ca. 17 Euro pro Fahrt) in Richtung Lissabon. Insgesamt hatten wir 3 1/2 Tage Zeit, die Stadt und sogar ein wenig von der weiteren Umgebung zu erkunden. Da wir, was das Bereisen von Städten angeht, mehr zur Spontanität tendieren, haben wir auch dieses Mal nur einen ganz kurzen Blick in den Reiseführer geworfen und somit mehr auf uns zukommen lassen und Lissabon auf eigene Faust entdeckt. Dass wir dabei jeden Tag einen Fußmarsch von gefühlten 20 Kilometern zurückgelegt haben, gehört wohl dazu – auch, dass man mal vom Weg abkommt und sich verirrt oder im Kreis umherläuft… Bei unseren Entdeckungstouren konnten wir allerdings jede Menge schöne, neue Eindrücke sammeln und sind so auf Orte gestoßen, die bestimmt nicht im Reiseführer zu finden sind.

Unterkunft – Lost Lisbon:

Bei unserer Unterkunft haben wir einen echten Volltreffer gelandet. Erst zwei Tage bevor wir nach Lissabon gefahren sind, haben wir von Lagos aus nach einer netten Bleibe gesucht und diese dann spontan online gebucht. Das Lost Lisbon hat seinem Namen bei unserer Ankunft zunächst einmal alle Ehre gemacht – leicht zu finden war es nämlich nicht. Da das Hostel erst vor ein paar Monaten eröffnet wurde und noch kein Schild an der Außentür angebracht war, waren wir uns nicht wirklich sicher, ob wir nun auch wirklich bei der richtigen Adresse gelandet sind. Also sind wir vorsichtshalber noch einmal mit unserem Gepäck durch die Nachbarschaft geirrt und haben uns ein wenig durchgefragt, bis wir letztendlich wieder vor der großen, grünen Tür standen und uns dann endlich getraut haben auf einen der vielen Klingelknöpfe zu drücken. Glücklicherweise war es der richtige Knopf und  wir wurden hereingebeten. Im Apartment angekommen, wurden wir sofort ganz herzlich von einem, der zwei Inhaber begrüßt. Als ich das Apartment dann aus der Nähe betrachten konnte, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Manchmal gibt es ja so Orte, an denen man sich sofort sehr wohl fühlt und am liebsten gleich einziehen möchte – das Lost Lisbon ist definitiv so ein Ort. Die zwei Inhaber (ein Architekt und ein Interior Designer) haben das Apartment vor ein paar Monaten entdeckt und komplett renoviert und eingerichtet. Dass hier zwei junge Profis am Werk waren, sieht man sofort.

Lost Lisbon

Das Apartment verfügt über sechs (Doppel-)Zimmer und gleicht somit eher einem kleinem und persönlichen B&B (ein leckeres Frühstück gab es übrigens auch!), als einem Hostel mit überfüllten Mehrbettzimmern. Zudem gibt es ein großes Wohnzimmer, eine Küche, die für alle offen steht sowie vier schöne und saubere Badezimmer. Dass man morgens Schlange stehen muss, um unter die Dusche zu springen, wird hier sicherlich nicht passieren. Kostenloses Wi-fi ist auch vorhanden. Neben dem wunderbaren Einrichtungsstil und der tollen Aussattung, ist auch die Lage von dem Apartment unschlagbar. Alle wichtigen Orte und Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß zu erreichen, die Straßenbahnlinie 28 fährt in der Seitenstraße vom Apartment ab und die nächste Metrostation (Cais do Sodré) ist in nur zwei Gehminuten entfernt.

LostLisbon

Vor allem aber haben die beiden Hosts unseren Aufenthalt im Lost Lisbon zu etwas Besonderem gemacht. Ihre Gastfreundschaft war wirklich beeindruckend. Sie haben sich sehr viel Zeit für ihre Gäste genommen, gerne Fragen beantwortet und Tipps rund um Lissabon gegeben. Gerne konnte man sich auch einfach zu ihnen aufs Sofa im Wohnzimmer setzten, ein Bierchen trinken und sich über Gott und die Welt austauschen.

1.1 - Cópia

Lecker-Lisbon:

Nicht genug konnten wir von diesen kleinen Köstlichkeiten bekommen: Pastéis de Nata.

Pastéis de Nata

Diese süßen, portugiesischen Verführungen gibt es in Lissabon an fast jeder Ecke in den Pastelarias zu kaufen und wir konnten ihnen nur selten widerstehen. Die kleinen Blätterteigtörtchen mit Vanillepuddingfüllung werden in Portugal oftmals zusammen mit einem Bica (Espresso) oder einem Galão (portugiesischer Milchkaffee) als Nachmittagssnack eingenommen. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass uns die süßen Teilchen eigentlich zu jeder Tageszeit schmecken.

Auf einen Galão bzw. ein Erfrischungsgetränk ging es bei unserem Spaziergang durch das historische und sehr authentische Viertel Alfama ins Pois Café. In einem umgebauten Innenhof ist hier hinter zwei großen, grünen Türen eine richtige Ruheoase versteckt, wo sich gut eine kurze Pause von der Städteentdeckungstour einlegen lässt. Auf bequemen Sesseln und Sofas kann man es sich hier richtig gemütlich machen, die Füße hochlegen, in einem der vielen Bücher schmökern und bei einem leckeren Stück Kuchen und einem Galão das ultimative Wohnzimmergefühl genießen. Ein Blick in die Karte hat übrigens verraten, dass die Inhaber vom Pois Café gebürtige Österreicher sind. Neben portugiesischen Spezialitäten sind auf der Karte vom Pois auch typisch österreichische Getränke wie „Weißer Spritzer“ oder „Hollerlimo“ zu finden.

PoisCafé

Ebenfalls in Alfama haben wir einen echten Gehimtipp zum Abendessen ausfindig machen können – das Canto da Vila (Largo do Limoeiro 2, Alfama). Ein nettes, kleines Restaurant, dass mit einem sehr leckerem Essen und einem super Service überzeugen konnte. Neben ein paar Tischen im Innenbereich vom Restaurant, von wo aus man dem Koch in die Töpfe schauen kann, gibt es auch ein paar Sitzplätze im Außenbereich. Hier konnte man ganz gemütlich sitzen, den portugiesischen Fado-Sängern lauschen und ab und an die gelben Trams an einem vorbeifahren sehen. Da das Restaurant allerdings relativ klein ist, empfiehlt es sich vorher zu reservieren. Am ersten Abend hatten wir leider Pech und konnten keinen Platz mehr ergattern. Dafür haben wir für den nächsten Abend reserviert und uns den portugiesischen Burger mit allem was dazu gehört ordentlich schmecken lassen.

Sehenswert:

… eine Fahrt mit der Straßenbahnlinie 28. Zwar trifft man hier schon überwiegend Touristen an und man muss auch eventuell etwas Wartezeit an der Haltestelle mitbringen, aber dafür lohnt sich die Fahrt mit der nostalgischen Straßenbahn allemal. Mit der kleinen gelben Tram lässt sich wunderbar das alte Zentrum von Lissabon erkunden und es wird einem sogar der steile Aufstieg zum Aussichtspunkt Miradouro da Graça in Alfama erspart.

Straßenbahnlinie 28

Miradouro da Graça

… das Pensão de Amor. Nur einen Katzensprung von unserer Unterkunft entfernt, lag das Pensão de Amor – ein ehemaliges Bordell, das heute zu einem Kulturzentrum mit Bar, Konzertbühne, Ateliers und Geschäften umfunktioniert wurde. Die Atmosphäre dort hat schon etwas Besonderes und es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Pensao Amor

… das Museu do Design o Moda. Gut gefallen hat mir auch der Besuch im Museu do Design o Moda. Hier bekommt man einen tollen Einblick in die verschiedenen Designepochen und kann Designklassiker wie z.B. den Red and Blue Chair von Rietveld, den Alessi Edelstahlwasserkessel von Graves oder den Roboterhund von AIBO bewundern. Der Eintritt ist sogar kostenfrei.

Wenn noch Zeit bleibt:

… dann unbedingt noch nach Cascais fahren. Für unseren letzten Urlaubstag haben wir uns überlegt, noch einmal an den Strand zu fahren, zur Abkühlung ins Meer zu springen und den Tag im ca. 30 Kilometer westlich von Lissabon gelegenen Fischer- und Badeort Cascais zu verbringen. Vom Cais do Sodré in Lissabon sind wir etwa 35 Minuten mit der S-Bahn gefahren. In Cascais angekommen, sind wir in nur wenigen Gehminuten vom Bahnhof in der Fußgängerzone gelandet. Neben vielen kleinen Cafés, Pastelerias und Restaurants, gab es hier vor allem verschiedene kleine Geschäfte, die zum Bummeln verführt haben. Von dort aus waren es nur ein paar Schritte weiter zu einer kleinen Badebucht, die mit ihrem klaren, türkisfarbenen Wasser zum Baden und Relaxen am Strand einlud.

Cascais

Jetzt bin ich gespannt: was sind eure liebsten Plätze in Lissabon? Und wie sehen eure Städteentdeckungstouren aus?

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