Oh, wie schön ist Graz.

Dass ich eine besondere Vorliebe für die im Süden Österreichs gelegene Stadt Graz entwickelt habe, liegt nicht nur daran, dass mein lieber Freund dort vor ein paar Jahren hingezogen ist. Nein, die Stadt hat auch sonst eine Menge zu bieten. Davon habe ich mich jetzt schon oft genug überzeugen können. 2010 habe ich selbst für 6 Monate in der steirischen Hauptstadt gewohnt und das Leben als Grazerin kennen und lieben gelernt. Ihr erhaltet hier nun also feinste Tipps aus erster Hand für euren nächsten Städtetrip.

Graz Mood

Sehenswert

Graz entdeckt man am besten zu Fuß, wenn man durch die engen Gassen schlendert und auf versteckte Innenhöfe trifft. Besonders schön finde ich die kleinen Gäßchen und Plätze, die links und rechts von der Herrengasse abgehen. Hier gibt es wirklich schöne Läden zu entdecken, in denen man Stunden lang Stöbern kann. Vor allem zur Frühlings- und Sommerzeit ist auf den Plätzen immer sehr viel Leben. Von morgens bis abends kann man sich hier ein nettes Eckchen suchen, tagsüber die österreichische Kaffeekultur genießen und den Abend bei einem Spritzer (Weißweinschorle) ausklingen lassen. Mir persönlich gefallen die Gegend um Mehl- und Glockenspielplatz sowie der Franziskanerplatz besonders gut.

Gasse

Schlossberg und Uhrenturm

Zu einem richtigen Stadtrundgang in Graz gehört in jedem Fall ein Abstecher auf den Schlossberg. Von hier aus hat man nicht nur eine hervorragende Aussicht über die Stadt, sondern man kann sich auch den Uhrenturm, das Grazer Wahrzeichen, aus nächster Nähe anschauen. Rauf auf den Schlossberg führen verschiedene Wege. Wer gut zu Fuß ist, kann vom Karmeliterplatz aus durch den Torbogen gehen und den Schloßberg von hinten erreichen. Wer ganz sportlich unterwegs ist, nimmt die 260 Stiegen vom Schloßbergplatz aus. Laufmuffel werden gleich zwei Möglichkeiten geboten, rauf auf den Berg zu kommen: entweder ihr setzt euch ganz gemütlich in die Schlossbergbahn oder ihr nehmt den gläsernen Schlossberglift, der euch durch einen 77 Meter hohen Felsenschacht nach oben bringt. Natürlich kann man sich auch für den Mittelweg entscheiden und je eine Tour laufen und die andere fahren. Ich habe schon alle vier Optionen ausprobiert. Die Stiegen bei praller Mittagssonne sind allerdings nicht zu empfehlen (ich spreche da aus Erfahrung…).

Uhrenturm

Dachterasse Kastner & Öhler

Einen wunderbaren Ausblick über Graz habt ihr übrigens auch von der Dachterrasse des Kaufhauses Kastner & Öhler. Einfach die Rolltreppe bis in den 6. Stock nehmen und schon seid ihr auf Augenhöhe mit der einzigartigen roten Grazer Dachlandschaft.

Dächer Graz

The Friendly Alien – Kunsthaus

Seit 2011 trägt die steirische Landeshauptstadt die Auszeichnung CITY OF DESIGN. Zu Recht, wie ich finde. Denn Graz hat in dieser Hinsicht eine Menge zu bieten. Angefangen beim Kunsthaus, auch „Friendly Alien“ genannt, das allein wegen seiner außergewöhnlichen Architektur schon einen Besuch wet ist. Hier gibt es wechselnde Ausstellungen österreichischer und internationaler zeitgenössischer Kunst zu bestaunen – manchmal mehr, manchmal weniger kurios. Und auch wenn ihr keine Zeit für einen Ausstellungsbesuch habt, dann nehmt euch zumindest kurz Zeit, um im Museumsshop und im angrenzenden Designforum vorbeizuschauen. Hier lohnt sich wirklich immer ein Besuch – allein nur fürs Stöbern. Von chicen Designobjekten, über Bücher rund um Möbel-, Mode- und Grafikdesign sowie Architektur bis hin zu schöner Papieterie und jeglichem (unnützen) Schnickschnack – hier gibts immer was zu bestaunen.

Kunsthaus

Murinsel

Einen Katzensprung vom Kunsthaus entfernt liegt, oder besser gesagt, schwimmt eine weitere Design-würdigkeit. Die Murinsel – eine extravagante Stahlkonstruktion, die die beiden Murufer miteinander verbindet. Im Inneren des muschelförmigen Stahlschiffes befinden sich ein Amphibtheater, ein Kinderspielplatz und ein Café. Während die Mur links und rechts munter vorbeisprudelt, kann man hier also wunderbar Kaffee trinken, einen Cocktail schlürfen und bei schönem Wetter die Sonne genießen.

Murinsel

Designmonat

Dass in Graz die Kreativszene blüht, kann man an vielen Ecken sehen und spüren. So trifft man immer mal wieder auf kleinere Designshops, Conceptstores und Werkstätten, wie z.B. den Laden 21 oder das Tischlein Deck dich. Im Frühjahr widmet die Stadt der Designszene sogar einen ganzen Monat. Von Workshops, über Modenschauen, Messen, offenen Showrooms, Ausstellungen und Events – vier Wochen lang dreht sich in der steirischen Hauptstadt dann alles rund um die Kreativwirtschaft.

Neben der CITY OF DESIGN  kann Graz aber auch sonst mit einem vielfältigen Kulturprogramm aufwarten. In der Stadt warten verschiedene Museen, Galerien und Ausstellungen, die mehr als nur Schlechtwetterprogramm sind, besucht zu werden. Und auch sonst ist der Grazer Veranstaltungs- und Festivalkalender ziemlich voll – ein Blick ins aktuelle Programm lohnt sich allemal.

Stadtpark

Wer vom vielem Besichtigungs-Trubel eine kleine Auszeit benötigt, der macht vom Hauptplatz aus einen kleinen Abstecher in die Sporgasse (das Herz der Grazer Altstadt), schaut eventuell noch schnell im wunderbaren Sonnentor-Laden vorbei (einer, meiner Lieblingsläden) und macht dann einen kleinen Schlenker nach rechts in Richtung Stadtpark. Hier kann man durchatmen, es sich auf einer Parkbank bequem machen und eine Pause einlegen. Im Sommer empfehle ich euch auf ein erfrischendes Getränk im Parkhouse vorbeizuschauen. Wenn die Sonne lacht, ist hier wirklich immer was los. Und das Beste ist: solltet ihr keinen Platz auf der Terasse finden, dann könnt ihr euch eure Getränke auch im Einwegbecher mit auf die Wiese nehmen.

Stadtpark

Lecker

Le Schnurrbart

Eines meiner liebsten Cafés in Graz ist das Le Schnurrbart. Mit ganz viel Liebe bekommt man hier in wunderbarer Wohnzimmeratmosphäre hausgemachte Kuchen, Pralinen und Crépes (sowohl herzhaft als auch süß) zubereitet. Und das alles mit Verwendung saisonaler Zutaten aus der Region. Mhhhm…

Café Le Schnurrbart

Die süße Luise

Zum Frühstück empfehle ich euch einen Besuch in der süßen Luise (ich würde ja allein schon wegen dem Namen dort hin gehen). Nein, im Ernst, in diesem kleinen und feinen Café lässt es sich wunderbar Brunchen oder einfach nur Kaffeetrinken. Natürlich ist auch hier alles bio und täglich frisch. Die Zutaten werden nämlich vom lokalen Bauernmarkt direkt neben dem kleinen Cafè bezogen.

Speisesaal

Zugegeben, im Speisesaal war ich persönlich noch nicht – aber ich habe jetzt mittlerweile schon von mehreren Seiten gehört, dass man dort einmal vorbeischauen sollte. Der gute Laden hat sich seit der Neueröffnung mittlerweile nämlich zu einem richtigen Szenelokal entwickelt. Angeblich soll es hier wohl auch den „besten Burger des Landes“ geben. Chic sieht der Laden ja allemal aus. Der Speisesaal gehört übrigens zum extrem chicen Designhotel Wiesler. Hätte ich nicht schon längst eine dauerhafte Unterkunft in Graz, ich würde dort sofort absteigen.

Speisesaal Wiesler

Bild-Quelle: http://www.hotelwiesler.com/

Thomawirt

Abends lässt es sich wirklich lecker im Thomawirt speisen. Hier haben wir die Speisekarte gefühlte zehn Mal rauf und runter bestellt und wirklich alles hat geschmeckt. Trotzdem möchte ich euch vor allem den Vogerlsalat – Feldsalat mit warmen Erdäpfeln, Ei, Speck und Kernöl und die Honig-Lauch-Gnocchis ans Herz legen. Von Zeit zu Zeit gibt es auch immer mal wieder eine Saisonkarte – ein Blick auf das Angebot ist definitiv zu empfehlen.

Vom Thomawirt ist es auch nur noch eine Katzensprung in die Elisabethstraße, wo ihr euch dann direkt ins Grazer Nachtleben stürzen könnt und die vielen Crépes, Pralinen, Burger und Gnocchis auf der Tanzfläche abtanzen könnt. Graz ist Universitätsstadt – von daher ist hier Abends auch unter der Woche eine Menge los. Und das Beste: die beliebtesten Bars und Clubs befinden sich alle auf einer Straße. Sagt euch die Musik in dem einen Club nicht zu, könnt ihr also ganz fix die Location wechseln. Praktisch, oder? Meine persönlichen Favoriten sind hier das Kuttolinsky und das Orange.

Wenn noch Zeit bleibt

… dann solltet ihr unbedingt einen Ausflug in die Südsteiermark machen. Es lohnt sich! Schön der Weinstraße folgen und einen Ausflug in die Weinberge machen. Und solltet ihr in Graz noch nicht in den Genuss gekommen sein typisch steirisch zu essen, dann müsst ihr das unbedingt bei eurem Ausflug ins Grüne nachholen. Wenn wir es mal wieder „Raus“ schaffen, dann gehört da für uns immer ein Besuch bei der Erika dazu – eine typisch steirische Buschenschank, oben auf einem kleinem Hügel mit unglaublich tollen Blick ins Weinland. Im Sommer kann man es sich auf der Sonnenterasse des Winzerhauses gemütlich machen und bei einer Flasche Hauswein und steirischen Schmankerln die schöne Aussicht genießen. Besonders empfehlen kann ich euch den Schafskäsesalat mit frischen Paradeisern (Tomaten) oder eine typisch steirische Brettljause mit Schinken, Kren und leckerem Bauernbrot. Mein lieber Freund dagegen schwört auf das knusprig gebratene Brüstl.

Buschenschank Erika

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig „Appetit“ auf Graz machen. Vielleicht seid ihr ja schon dabei eueren nächsten verlängerten Wochenendtrip dorthin zu planen? Oder seid ihr vielleicht schon längst dabei die Koffer zu packen?

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