Auf in den Norden #2: Chiang Rai

Nachdem wir nach unserer Erkundungstour der alten Tempelstadt Sukhothai wieder brav unsere rosa Fahrräder abgegeben haben, ging es für uns mit dem Bus weiter in die nördlichste Provinz Thailands – Chiang Rai. In der gleichnamigen Hauptstadt haben wir die letzten drei Tage unserer Nordthailandtour verbacht. Inmitten der nordthailändischen Bergwelt gelegen, ist Chiang Rai vor allem für seinen Kaffee bekannt, der in der Region angebaut wird. Anders als in Bangkok, wo an jeder Ecke ein Starbucks oder eine vergleichbare Coffe-Shop-Kette zu finden ist, zeichnet sich Chiang Rai durch seine ganz eigene Kaffeehauskultur aus, wo in eher kleinen, wohnlichen Cafés die lokal produzierten Kaffeespezialtäten angeboten werden. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, den heimischen Kaffee selbst zu probieren und sind daher nach unserer Ankunft direkt auf der Gartenterasse vom hübsches „Le Petit Café“ glandet. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen ging es dann weiter auf Entdeckungstour der Stadt. Was uns hier natürlich sofort ins Auge gesprungen ist, war der goldene Uhrenturm. Genrell ist uns aufgefallen, dass die Thailänder im Norden ganz besonders auf gold-glänzende Verzierungen stehen – für meinen Geschmack etwas zu kitschig… Abends sind wir über den Nachtmarkt geschlendert und haben die nordthailändischen Leckereien bewundert. Von frischem Obst, über nordthailändische Fleisch und Fischspezialitäetn bis hin zu allerlei „Delikatessen“ in Form von Maden, Würmern und anderen Insekten konnte man hier alles finden. Bei einem Cocktail konnten wir dann später noch durch Zufall das Lichterspiel am Golden Clock Tower bestaunen.

Chiang Rai ist ein super Ausgangspunkt für die Erkundung der gesamten Provinz. Wir haben uns daher an unserem zweiten Tag einen Fahrer gebucht und sind mit ihm quer durch die nordthailändische Bergwelt gefahren. Erster Stopp war das beeindruckende Kunstwerk des thailändischen Künstlers Chalermchai Kositpipat, der weiße Tempel Wat Rong Khun. Die extravagante Architektur, die weiße Farbe und die in die Fassade eingebauten Spiegelfragmente haben uns im wahrsten Sinne des Wortes geblendet. In der letzten Woche gab es  in Chiang Rai ein großes Erdbenen und ein Großteil des Tempels wurde traurigerweise zerstört.
Bei unserem zweiten Stopp haben wir ebenfalls ein Kunstwerk besichtigt – das Baan Dam Black House. Allerdings stand dies im völligen Kontrast zum weißen Tempel. Ebenfalls von einem thailändischen Künstler geschaffen, strahlt Ban Daam eine ganz dunkle Aura aus. Beeindruckt hat es uns auf jeden Fall. Besonders toll war, dass an dem Tag als wir dort waren, ein Workshop für thailändsiche Nachwuchskünstler stattgefunden hat. Auf dem gesamten Gelände des Black Houses konnten wir den jungen Talenten bei ihrer Arbeit zuschauen und ihre Werke betrachten.
Vom Black House aus ging es dann ein wenig weiter in die Berge hinein. Hier hatten wir die Chance ein Dorf der indigenen Stammesvölker zu besuchen und zumindest einen kleinen Einblick in eine völlig andere Kultur zu erhaschen und etwas über die Traditionen, das Dorfleben und die Handwerkskunst der Völker erfahren zu können.
Bereits ein wenig geschafft und überwältigt von den vielen Eindrücken, war unser nächster Stopp der königliche Mae Fah Luang Garden. Zwischen farbenprächtigen Blüten und exotischen Pflanzen, Büschen und Bäumen haben wir für einen kurzen Moment einmal abschalten und uns von der Hitze erholen können.
Den Abschluss unserer Ausflugstour bildete ein Besuch des Golden Triangles. Vom Aussichtspunkt der Grenzregion haben wir den Blick über die Nachbarländer Laos und Myanmar schweifen lassen. Neben der Aussicht ist die Region vor allem für den angeblichen Drogenhandel bekannt. Die Zeiten, als Drogenhändler sich hier mit Opium eine goldene Nase verdienten, sind allerdings schon länger vorbei. Nichts desto trotz hat uns die Legende dahinter interessiert, sodass wir noch einen kurzen Abstecher ins Museum of Opium gemacht haben.

Zurück in Chiang Rai haben wir den Abend im Restaurant bei unserer „Omi“ mit einem Thai-Curry und dem weltbesten Coconut-Rice ausklingen lassen – ein Traum. „Omi“ (in Wirklichkeit heißt die Gute Supaporn) hat erst vor ein paar Monaten ihr Homestay, welches direkt um die Ecke zu unserer Unterkunft lag, eröffnet. Bereits am Morgen haben wir sie aufgrund ihres fantastischen Frühstücks (hausgemachtes Brot und Müsli mit Joghurt und frischen Füchten) und ihrer unglaublich herzlichen und fürsorglichen Art ins Herz geschlossen. Die Sympathie lag wohl auf beiden Seiten, denn für den nächsten Morgen hat uns „Omi“ für eine spontane Führung über den Morning Market in Chiang Rai eingeladen. Noch halb verschlafen ging es dann am nächsten Morgen um 6:30Uhr auf den Markt, wo uns „Omi“ allerlei Sorten von Obst, Gemüse und andere Thaispezialitäten gezeigt, erklärt und uns probieren lassen hat — wusstet ihr z.B. dass es mehr als vierzig verschiedene Arten von Auberginen gibt? Die Begegnung mit „Omi“ war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis und wir stehen bis heute noch über Facebook in Kontakt zu ihr.

So, jetzt aber genug mit dem längst überfälligen Reisebericht unserer Ausflugstour durch Nordthailand. Da ich im April keine Kurse von der Uni hatte, war ich die letzten Wochen viel unterwegs, u.a. auf Bali und in Kambodscha. Zurück in Bangkok ging es dann gleich weiter mit der Uni und seit einer Woche habe ich Besuch aus der Heimat von meiner Kindergartenfreundin Lucie, worüber ich mich sehr freue. Wie ihr merkt bin ich hier ziemlich gut beschäftigt, deshalb komme ich gerade auch nur langsam damit nach, Fotos zu sortieren und über meine ganzen Erlebnisse zu berichten. Die Zeit vergeht hier einfach wie im Flug. Jetzt bin ich schon drei Monate hier und durfte schon so viel tolle Dinge erleben und es hört gar nicht auf, denn es stehen schon wieder die nächsten Ausflüge und Reisen an. Über meinen Geburstag werde ich Ende des Monats gemeinsam mit Lucie in den Süden auf die Insel Koh Lanta fahren und im Juni stehen ein Besuch bei meiner Cousine in Jakarta sowie ein Städtetrip nach Singapur an. Zwischendrin wird natürlich auch noch ein wenig studiert 😉
Natürlich fehlen mir hier ein paar liebe Menschen ganz besonders, aber alles in allem bin ich sehr glücklich und fühle ich mich hier pudelwohl.

Ich sende euch ganz liebe Grüße nach Hause,

Annalena

Tag #1 – Chiang Rai:

Tag #2 – Chiang Rai und Umgebung:

Tag #3 – Chiang Rai:

Hier sind wir untergekommen: Ben’s Guesthouse 

Und hier noch ein ganz besonderer Tipp für Chiang Rai – „Omis“ Homestay : Jansupar Court

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