Oh, wie schön ist Bali

Vom Land des Lächelns ging es für uns Anfang April auf die Insel der Götter — genauer gesagt, nach Bali. Knapp zwei Wochen haben wir auf der indonesischen Trauminsel vebracht.
Bali ist für mich ein magischer Ort: türkisblaues Meer, atemberaubende Wellen, schwarzer Vulkansand, einmalig grüne Reisterassen, mitreißende Tanzvorführungen, eindrucksvolle Hinduzeremonien und unfassbar herzliche Menschen — so würde ich meine Eindrücke von den 14 Tagen auf der Insel zusammenfassen. An keinem anderen Ort der Welt habe ich glaube bisher eine so bunte Vielfalt erlebt.

Unsere ersten zwei Nächte haben wir in Kuta verbracht. Am Tag nach unserer Anreise wurde nämlich das balinesische Neujahr mit einem „Tag der Stille“, Nyepi, eingeleitet. Die hinduistische Feierlichkeit zieht sich über mehrere Tage. Am Tag unserer Ankunft wurde am Abend ein großer karnevalsähnlicher Umzug veranstaltet, bei dem die Balinesen in ihrer traditionellen Tracht Ogoh-Ogohs (Puppen, die die bösen Geister symoblisieren) über die Straße geführt und anschließend verbannt haben. Die Straßen waren voll mit Menschen. Alle haben das große Spektakel verfolgt und dabei zugeschaut, wie die bösen Geister aus den Dörfern der Insel verbannt werden.
Der „Tag der Stille“ begann dann am nächsten Morgen. Die Balinesen verbingen diesen Tag tatsächlich in strikter Ruhe und Stille — es wird weder gearbeitet, noch wird das Haus verlassen. Es wird so gut wie nicht gesprochen und das Licht bleibt für diesen Tag auch aus. Natürlich wurden die Regeln für uns Touris nicht ganz so streng gehalten, verlassen haben wir unser Hotel aber trotzdem nicht. Der tiefere Sinn hinter Nyepi ist, dass die Balinesen durch Meditation und Selbstkontrolle versuchen, wieder ein Gleichgewicht zwischen den Göttern, den Menschen und der Natur herzustellen und so einen Neuanfang in möglichst großer Reinheit zu beginnen. Für mich war das definitv eine spannende Erfahrung. Mir hat die Idee vom Tag der Stille sehr gut gefallen und ich habe noch länger darüber nachgedacht. Vielleicht würde es uns ja auch mal ganz gut tun, für einen Moment einfach alles stehen und liegen zu lassen und einfach nur mal die Stille zu genießen. Vielleicht wären wir dann ja auch so entspannt und herzlich wie die Balinesen…

Von Kuta sind Miri, Chrissi und ich dann erstmal weiter ins Inselinnere nach Ubud gefahren. Umgeben von kleinen Hügeln und grünen Reisfeldern, hat mich der charmante Ort vor allem aufgrund der vielen kleinen gemütlichen Cafés und Restaurants, dem unsagbar leckeren Essen und dem künstlerischen Angebot begeistert. Auch in Ubud herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Ich habe den Ort als sehr friedlich und spirituell wahrgenommen, ganz anders im Vergleich zum hektischen und lauten Kuta. Ganz entspannt haben wir drei Tage damit verbacht Ubud zu erkunden — wir sind durch die kleinen Straßen und Lädchen gebummelt, haben der immer hungrigen Affenbande im Sacred Monkey Forest einen Besuch abgestattet, sind durch die grünen Reisfelder spaziert und haben uns abends eine tradititionell balinesische Tanzvorführung angesehen. Da wir Ubud für uns als ein kulinarisches Schlaraffenland entdeckt haben, haben wir selbstverständlich ein Großteil der Zeit damit verbacht, uns durch die vielen leckeren Speisen zu probieren. So kam es, dass wir von einem gemütlichen Café ins Nächste gehüpft sind und es uns einfach mal gut gehen lassen haben. Ein besonderes Ubud-Highlight war unsere Sunrise-Trekking-Tour auf den Vulkan Mount Batur. Dafür sind wir schon um zwei Uhr morgens aufgestanden, um dann, nachdem wir uns noch mit einem Bananenpfannkuchen gestärkt haben, den wohlgemerkt immer noch aktiven Vulkan zu erklimmen. Ausgerüstet mit Taschenlampen ging es knapp drei Stunden lang auf 1.717m hoch. Pünktlich zum Sonnenaufgang haben wir dann die Spitze erreicht. Das frühe Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt — die Aussicht war einfach atemberaubend. Und die Möglichkeit, sein Frühtsück bei einem so wunderbaren Sonnenaufgang mit einem in den Vulkandämpfen frisch gekochten Ei zu genießen, bekommt man ja auch nicht alle Tage.

Ubud:

Weiter ging es dann von Ubud durch die Berge in Richtung Norden der Insel. Vorbei an noch mehr grünen Reisterassen, Tempeln, Seen und Wasserfällen sind wir schließlich in Pemuteran gelandet, einem sehr kleinen und zum Glück noch gar nicht so touristsichen Dorf im Nordwesten von Bali. Pemuteran liegt direkt an der Küste und ist der perfekte Ausgangspunkt für Schnorchel- und Tauchausflüge. Wir hatten das große Glück mit den Tauchlehrern von unserem Homestay einen Schnorchelausflug zum Riff von Menjangan zu unternehmen. Noch nie habe ich eine so bunte Unterwasserwelt erlebt. Es war einfach nur atemberaubend! Die Lichtverhältnisse in dem glasklaren Wasser waren optimal, sodass es jede Menge zu entdecken gab. Ich bin dort unter Wasser wirklich nicht mehr aus dem Staunen herausgekommen und habe die ganze Zeit nur „Wow“ gerufen (zum Glück konnte mich unter Wasser niemand hören…). Und endlich habe ich verstanden, warum die kleinen Nemo-Clownfische immer durch die Blubberblase der Korallen schwimmen — es kitzelt einfach so herrlich!

Im Norden von Bali – Pemuteran & Menjangan:

Nach Pemuteran habe ich mich dann erst einmal von Miri und Chrissi verabschiedet. Während die beiden noch ein wenig den Norden erkundet haben, habe ich mich wieder auf den Weg in Richtung Süden zum Canggu Beach gemacht, um dort die letzten vier Tage zu Surfen. Da Bali ein kleines Surferparadies ist und ich ja bereits im letzten Sommer bei meinem Surfkurs in Portugal auf den Geschmack gekommen bin, wollte ich meine letzten Tage auf Bali unbedingt dafür nutzen, noch einmal einen Kurs zu machen. Den Kurs habe ich bei Baruna Surf gebucht. Die kleine Surfschule wird vom lieben Balinesen Adi und seiner Schweizer Freundin Irene geleitet. Und ich hatte richtig Glück: da zum dem Zeitpunkt als ich da war, keine Hochsaison war, hatte ich Adi ganz für mich alleine und konnte so eine Welle nach der nächsten surfen. Ich hatte einen riesen Spaß. Drei Tage lang ging es jeden Morgen früh mit dem Auto und den Brettern Richtung Strand, um uns dann in die Wellen zu schmeißen. Den Rest des Tages habe ich dann meistens am Strand verbracht, um den Profis zuzuschauen, oder ich bin zurück in meine gemütliche Unterkunft, habe dort am Pool gechillt, bei einer balinesischen Massage entspannt und im Yoga-Kurs den Museklkater vom Paddeln durch die Wellen bekämpft. An unserem letzten Tag ist Miri dann noch zu mir nach Canggu gekommen und wir haben unseren letzten Bali-Abend am Strand mit leckeren Fisch und Sonnenuntergang genossen.

Im Süden von Bali – Surf & Chill am Canggu Beach:

Bali hat mir tatsächlich so gut gefallen, dass ich Ende August noch einmal für 10 Tage dorthin reisen werden. Diesmal werde ich gemeinsam mit Samy die Insel erkunden — es gibt ja noch so viel mehr zu entdecken und natürlich werden wir uns auch wieder mit Surfbrettern in die Wellen schmeißen. Die Flüge sind schon gebucht und die Vorfreude ist riesig.
Vorher stehen allerdings noch ein paar andere Reiseziele an. Da ich Anfang der Woche meinen dritten Kurs in der Uni abgeschlossen haben und nun, bevor der nächste Kurs anfängt, noch zwei Wochen frei habe, werde ich am nächsten Wochenende zuerst meine Cousine und ihre Familie in Jakarta besuchen und auf dem Rückweg dann noch einen kurzen Stopp in Singapur machen. Anfang August geht es dann für Samy und mich nach Vietnam — ich bin schon so gespannt.

Genießt die Sonnenstrahlen, die frischen Erdbeeren und die lauen Sommerabende in den Straßencafés und Bars bei einem Glas Wein — das sind nämlich grad die einzigen Sachen, die mir hier, bis auf meine Liebsten natürlich, ein wenig fehlen.

Habt es schön!
Eure Annalena

Hier sind wir u.a. untergekommen:
Kuta: Manggar Indonesia Hotel
Pemuteran: Arunja Homestay
Canggu: Serenity Eco Guesthouse

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