Abenteuer in Kambodscha

Eine einsame Paradies-Insel, Zelten am Strand, eine Wanderung ohne Karte oder GPS durch den Urwald, verfolgt von böse knurrenden Wachhunden, ein ohrenbetäubendes Monsungewitter, ein atemberaubendes Tempelreich, köstliche Khmer-Küche und vor allem viele herzliche und lächelnde Menschen – diese Erlebnisse haben Kambodscha für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht. Aber der Reihe nach… Von Ko Chang aus haben Miri und ich Ende April unsere Reise weiter nach Kambodscha fortgesetzt. Unser erster Stopp war das im Süden von Kambodscha gelegene Sihanoukville – Kambodschas bekanntester Badeort. Allerdings haben wir hier nur eine Nacht verbacht, denn am nächsten Tag ging es für uns gleich nach dem Frühstück mit dem Boot weiter auf die ca. zwei Stunden von der Küste entfernte Insel Koh Rong Samloem — unsere persönliche Abenteuerinsel.

Einmal so leben wie Robinsin Cruiso – das wollten wir ausprobieren. Deshalb haben Miri und ich uns auch dafür entschieden, der Zivilisation für drei Tage lang den Rücken zu kehren und dafür Strandleben pur auf Koh Rong Samloem zu genießen. Geschlafen wurde in einem Zelt direkt am Strand, Strom gab es nur sporadisch mit Solarbetrieb, ebenso fließendes Wasser. Und auch das Internet und den Kontakt zur Außenwelt haben wir für die Zeit einfach mal sein lassen. Eine wunderbare Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte.

Angekommen auf der Insel, hat sich das Boot, das uns hergerbacht hat, bald schon wieder verabschiedet und uns an einem wortwörtlich blendend weißen Sandstrand und kristallklarem, türkisblauen Meer zurückgelassen – das reinste Paradies. Die Menschen, die mit uns an dem Strand waren, konnte man leicht an einer Hand abzählen. Hier ließ es sich mehr als gut aushalten. Entsprechend viel Zeit haben wir also damit verbacht, am Strand mit einem Buch zu Faulenzen oder im Meer herumzuspringen. Um das Innere der Insel und die weiteren Strände zu erkunden, ging es über kleine Pfade (manchmal mehr und manchmal weniger als solche zu erkennen) durch den Urwald. Den Weg dabei mit Flip Flops anzutreten, war allerdings nicht ganz so schlau von uns, da es teilweise dann doch sehr felsig wurde und es über Stock und Stein steil bergauf und bergab ging. Naja, wieder was fürs Leben dazugelernt.

Richtig abenteuerlich wurde es dann, als wir an unserem dritten Tag unseren „Spaziergang“ zum Leuchtturm der Insel angetreten sind. Von unserem Hippie-Resort-Leiter haben wir den Tipp bekommen, dass man von dort einen wunderbaren Ausblick über die Insel hätte und bei guter Sicht sogar bis nach Vietnam blicken könnte. Der Leuchtturm ist zwar ein kleiner Militärstützpunkt, aber wenn man die Militärs lieb fragt und Ihnen ein kleines Trinkgeld gibt, lassen sie einen gerne die schöne Aussicht genießen (tja, was man mit ein paar Dollar nicht alles erreichen kann). Natürlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Was allerdings eigentlich nur ein kleiner „Walk“ durch den Wald sein sollte, hat sich dann doch als eine ziemlich anstrengende Wanderung durch die tiefen des Urwalds von Koh Rong Samloem entpuppt. Und je tiefer es in den Wald ging, desto höher ging es mit der Luftfeuchtigkeit — noch nie in meinem Leben habe ich so viel Wasser ausgeschwitzt. Und dann findet euch dort mal ohne richtige Karte zurecht… Naja irgendwann, klatschnass geschwitzt und ein wenig erschöpft vom vielen Laufen, haben wir dann aber doch noch den richtigen Pfad gefunden und endlich den Leuchtturm erreicht. Womit wir allerdings nicht gerechnet haben war, dass der Leuchtturm nicht nur von Militärs sondern auch von ziemlich vielen Wachhunden bewacht wird, die ihren Job sehr ernst nehmen. Gerade mal mit einem Fuß auf dem Gelände, kamen auf einmal vier kläffende Wachhunde auf uns zugerannt, die uns mit geflätschten Zähnen in nur wenigen Sekunden eingekreist haben. Tja, das wars dann wohl — irgendwo im Nirgendwo auf einer einsamen Insel in Kambodscha, umzingelt von vier wütenden Wachhunden. Das Herz ist uns beiden bis zu den Knien gerutscht. Gefühlte drei Minuten hat es gedauert, bis dann endlich mal ein kambodschanischer Soldat um die Ecke geschlurft kam, die Hunde zurückgepfiffen und uns von unserer Sterbensangst erlöst hat. Mit zitternden Knien sind wir dann aber doch noch die Leiter hoch auf den Leuchtturm gestiegen — oben angekommen, war die Aufregung von vorher dann aber schnell vergessen lassen. Der Ausblick war einmalig.

Den Rest des Tages haben wir dann ganz ruhig und entspannt am idyllischen Strand verbacht — weit weg von den zornigen Wachhunden. Allerdings sollte dieses Erlebnis noch nicht Abenteuer genug sein. Denn in der Nacht wurden wir von einem ohrenbetäubenden Monsungewitter geweckt. Von Thailand her wusste ich schon, dass wenn es hier in Südostasien mal regnet, dann gleich richtig — aber so? Noch nie habe ich ein so lautes Donnerwetter, wie in dieser Nacht erlebt. Die Blitze waren so hell, dass Sie unser ganzen Zelt erleuchtet haben und wir uns wie in einem Paparazzi-Blitzlichtgewitter gefühlt haben. Überall hat es gekracht und gedonnert, und wir lagen Mitten drin in unserem Zelt. Ich habe mir irgendwann nur noch mein Kissen über den Kopf gezogen und gebetet, dass wir verschont bleiben.

Als wir am nächsten Morgen dann aus unserem Zelt gekrochen kamen, waren von den Unruhen der letzten Nacht fast nichts mehr zu sehen. Das Meer war ruhig wie am Tag zuvor und die Sonne hat geschienen — tja, diese trügerischen Paradiesstände…

Koh Rong Samloem:

Als wir mit dem Boot den Rückweg nach Sihanoukville angetreten sind, war die Angst der letzten Nacht längst wieder vergessen und es fiel mit fast schon ein wenig schwer, unsere einsame Abenteuerinsel zu verlassen.

Zurück in der Zivilisation haben wir uns noch einen Tag Erholung am weißen Sandstrand vom Otres Beach gegönnt, bevor es dann mit dem Nachtbus weiter nach Siem Reap ging.

Otres Beach:

Siem Reap war der Ausgangpunkt für unsere Erkundungstour vom kambodschanischen Tempelreich Angkor. Drei Tage haben wir uns für die Besichtigung der beeindruckenden Tempelanlage Zeit genommen — was auch sehr zu empfehlen ist. Die Anlage ist einfach gigantisch, es gibt so viele faszinierende Stätten und Tempel zu besichtigen, da reicht ein Tag überhaupt nicht aus. Das, was wir während unserer gemeinsamen Entdeckungstour dank unseres lieben Tuk-Tuk-Fahrers (und Guide) Tong sehen durften, ist kaum in Worte zu fassen oder in Bildern festzuhalten. Ich glaube, man muss einfach selbst dort gewesen sein, um sich ein richtiges Bild von den eindrucksvollen und spirituellen Bauten machen zu können. Mein persönliches Angkor Highlight war der Bayon Tempel. Das Besondere und Faszinierende an diesem Tempel waren die mehr als 200 lächelnden Gesichter, die die Türme des Tempels schmücken und die aus allen Ecken und Winkeln auf einen hinabschauen.

Neben dem Tempelreich von Angkor, hat uns Siem Reap selbst auch sehr gut gefallen. Das charmante Städtchen hat neben vielen kleinen Märkten, die zum Bummeln einladen, auch sehr schöne Bars, Cafés und Restaurants zu bieten. Aus diesem Grund haben wir auch sehr viel Zeit damit verbracht von einem schönen Café ins nächste zu hopsen und zwischendrin durch die kleinen Lädchen zu trödeln. Wir hatten das Gefühl, dass es in Siem Reap eine gar nicht mal so kleine Kunst- und Designszene gibt. So haben wir hier echt auch mal ein paar mehr ausgefallenere und indviduelle Mitbringsel und Andenken finden können. Und natürlich haben wir uns hier auch die gute Khmer-Küche schmecken lassen. Vor allem das gute Khmer-Curry mit Kürbis oder Amok, ein Fisch-Curry in Kokusnussmilch — hmmmm.

Siem Reap & Angkor:

Was mich neben den traumhaften Stränden, den architektonischen Kunstwerken und dem leckeren Essen an Kambodscha mit am meisten fasziniert hat, waren die Menschen selbst. Überall in Kambodscha wurden wir mit einer ganz besonderen Herzlichkeit und Wärme willkommen geheißen. Und das, obwohl die meisten Menschen nicht viel haben und wirklich nur sehr, sehr einfach leben. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass hier ein gewisser Optimismus herrscht. Es wäre schön, wenn wir uns davon eine Scheibe abschneiden könnten…

Hier sind wir untergekommen:

Ko Rong Samloem: Sun Island Eco Village
Sihanoukville Otres Beach: Elephant Garden
Siem Reap: Jayavara Boutique Villa

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